Religiöses Leben

Religiöses Leben

Das religiöse Leben ist das Herz unserer Gemeinde. In der Synagoge Beit Tikwa – „Haus der Hoffnung“ kommen wir regelmäßig zusammen, um gemeinsam zu beten, den Schabbat zu feiern, die jüdischen Feiertage zu begehen und unsere Traditionen lebendig zu halten.

Hier begegnen sich Menschen unterschiedlicher Generationen, mit verschiedenen Lebensgeschichten und aus vielen Herkunftsländern. Was uns verbindet, ist der Wunsch, jüdisches Leben gemeinsam zu gestalten und weiterzugeben.

Union progressiver Juden

Unsere Gemeinde gehört zur Union progressiver Juden in Deutschland und steht damit in der Tradition des liberalen bzw. progressiven Judentums. Diese religiöse Strömung verbindet die Treue zur jüdischen Überlieferung mit der Überzeugung, dass das Judentum eine lebendige Tradition ist. Die Tora und die religiösen Quellen werden nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu gelesen und im Licht der Gegenwart verstanden. Religiöses Leben bedeutet für uns daher sowohl Verwurzelung in der Tradition als auch Offenheit für die Fragen unserer Zeit.

Gleichberechtigung von Frauen & Männern

Ein wichtiger Grundsatz des progressiven Judentums ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen des religiösen Lebens. Ebenso prägt die Überzeugung, dass jüdische Religion immer auch Verantwortung für die Gesellschaft bedeutet. Die ethischen Werte des Judentums – Gerechtigkeit, Würde des Menschen und Verantwortung füreinander – sind für uns Teil des religiösen Lebens.

Schabbat als Raum der Ruhe und der Begegnung

Im Zentrum unseres Gemeindelebens steht der Schabbat. Woche für Woche begrüßen wir den Beginn des Ruhetages am Freitagabend mit Gebet, Gesang und gemeinsamer Besinnung. Der Schabbat schafft einen besonderen Raum der Ruhe und der Begegnung. Viele Gemeindemitglieder bleiben auch nach dem Gottesdienst noch zusammen, sprechen miteinander und beginnen das Wochenende in Gemeinschaft.

Jüdische Feiertage

Auch die jüdischen Feiertage prägen das Jahr unserer Gemeinde. An Rosch haSchana und Jom Kippur, an Pessach, Schawuot und Sukkot ebenso wie an Chanukka oder Purim kommen wir zu Gottesdiensten und festlichen Zusammenkünften zusammen. Diese Tage verbinden religiöse Rituale mit Erinnerung, Lernen und gemeinsamer Freude.

Lernen & Weitergabe jüdischen Wissens

Zum religiösen Leben gehören darüber hinaus Lernen und Weitergabe jüdischen Wissens. Kinder und Jugendliche erhalten staatlichen Unterricht im Fach „jüdische Religion“, und auch für Erwachsene gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich mit jüdischer Tradition, Geschichte und religiösen Texten auseinanderzusetzen. Lernen gehört im Judentum seit jeher zum religiösen Leben – als gemeinsamer Prozess über Generationen hinweg.

Erinnerung & Verantwortung

Ein besonderer Bestandteil unseres religiösen Lebens ist das Gedenken. Wir erinnern an die Geschichte des jüdischen Volkes und insbesondere an die Opfer der Schoa. In unserer Gemeinde verbinden sich Erinnerung und Verantwortung für die Gegenwart. Viele unserer Gemeindemitglieder haben familiäre Wurzeln in der Ukraine. Der Krieg gegen dieses Land berührt daher viele Menschen in unserer Gemeinschaft unmittelbar. In Gebeten, Veranstaltungen und im persönlichen Austausch bringen wir unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck und hoffen auf Frieden und Sicherheit für alle.

Mehr als ein Gebäude

Unsere Synagoge ist damit weit mehr als ein Gebäude. Sie ist ein Ort des Gebets, des Lernens und der Begegnung. Hier feiern wir gemeinsam, hier erinnern wir uns, hier geben wir Traditionen weiter und gestalten jüdisches Leben in Bielefeld – offen, lebendig und im Bewusstsein unserer Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Was gibt es Neues in unserer Gemeinde?

Hier finden Sie aktuelle Informationen & Veranstaltungen in der neuesten Ausgabe des Gemeindebriefs der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld zum Download.

News

  • Statement von Irith Michelsohn zur Beantragung eines AfD-Verbotsverfahrens

    Als Jüdin sehe ich mit großer Sorge, wie sich rechtsextreme Ideologie in Deutschland weiter normalisiert. Die AfD bietet Antisemiten, Rassisten und Demokratieverächtern ein politisches Zuhause.