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Informationsblatt der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld

Hier können Sie einen Überblick über die neuen Ereignisse unserer Gemeinde bekommen und das aktuelle Informationsblatt der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld downloaden.

Unsere gemeinsame Erklärung gegen die AfD auf deutsch und russisch!

Veranstaltungen + Termine

begegnen e.V. lädt zur Vortragsreihe „Feministische Theologie im Islam, Judentum und Christentum“ ein

Veranstaltungen:

  • Dienstag, 19.11.19 um 17 Uhr – Klosterplatz 3, 33602 Bielefeld
  • Sonntag, 01.12.19 um 17 Uhr – Klosterplatz 3, 33602 Bielefeld
  • Der dritte Termin der Vortragsreihe wird in Kürze bekannt gegeben.

» Pressemitteilung vom 08.11.2019 als pdf

Ausstellung „1948“

Vom 11. - 24. November 2019

Ausstellung „1948“

in der VHS Bielefeld, Ravensberger Park 1

Warum die Ausstellung 1948? Wie kein anderer Staat sieht Israel sich mit einem Informationskrieg konfrontiert und mit Vorwürfen, die in den allermeisten Fällen nicht der Wahrheit entsprechen, sondern plumpe Propaganda sind.

Aber Propaganda muss nichts beweisen. Propaganda will stören und zerstören. Die antiisraelische Propaganda wird befeuert von einem teilweise fundamentalistischen, generell antidemokratischen und antiwestlichen Geist. Im Kern geht es um die Verbreitung von historischen Verzerrungen im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels.

Die Ausstellung zeigt: - wie vor 100 Jahren aus Sumpf und Wüste fruchtbares Land wurde - welche fanatischen Gegner zu Hass und Zerstörung aufriefen - warum der Zionismus entstand - wie der junge Staat Israel sich gegen den Angriff der arabischen Staaten wehrte - wie die Zeit der Staatsgründung bis heute nachwirkt - und noch mehr.

Veranstalter:
Jüdische Kultusgemeinde
Bielefeld und Deutsch-Israelische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Bielefeld

Chanukkakonzert mit Yorek Sorek, dem Troubadour aus Jerusalem

Am Sonntag, den 22. Dezember 2019 um 16.00 Uhr

Chanukkakonzert mit Yorek Sorek, dem Troubadour aus Jerusalem

in der Synagoge Beit Tikwa der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, Detmolder Straße 107, 33604 Bielefeld

„Der Troubadour aus Jerusalem“ soll das volle Spektrum jüdischer Musik in ihrer ganzen Pracht zeigen. In der ersten Hälfte erklingen vor allem Lieder aus der jüdischen Liturgie; in der zweiten Hälfte erwarten Sie bekannte jiddische und hebräische Evergreens. Aber auch die Moskauer Nächte sind dem erfahrenen Sänger und langjährigen Vorbeter, der sich aktuell am Abraham-Geiger-Kolleg zum Kantor ausbilden lässt, vertraut, so dass dieses Programm, welches speziell auch dem Fest Chanukka gewidmet wird, viel versprechend ist.

Einlass ab 15.30 Uhr
Eintrittspreise: 10,00 €/ermäßigt 8,00 €

Veranstalter:
Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld
Zentralrat der Juden in Deutschland

Rückblicke

Rede von Landtagspräsident André Kuper - November 2019

Rede von Landtagspräsident André Kuper
anlässlich der Gedenkfeier zum Pogrom 1938
am 10. November 2019, 12:00 Uhr
Jüdischer Friedhof Rheda Wiedenbrück

Anrede,

ich bin sehr dankbar dafür, dass wir uns heute die Zeit nehmen, um innezuhalten und zu erinnern an das, was vor mehr als 80 Jahren in unserem Land geschehen ist.

Synagogen brannten, Geschäfte wurden geplündert, jüdische Menschen gedemütigt, geschlagen und auch getötet. Das war keine Reichskristallnacht, das war eine Reichspogromnacht. Eine Nacht der auf Kopfsteinpflaster dröhnenden Nagelschuhe. Wir wissen das: Am Ende stand die Shoa. Beispiellos in der Geschichte.

Auch die Synagoge hier in Rheda wurde nicht verschont. Eine alte westfälische Landsynagoge, die 1803 geweiht wurde. Um drei Uhr morgens haben sie das Feuer gelegt. In der Nacht! Im Schutz der Dunkelheit! Im Bund mit der Finsternis! Wenn wir die Bilder heute sehen von den brennenden Synagogen, dann wissen wir: Alles war geplant.

Ich weiß nicht, ob es ein Foto von der brennenden Synagoge in Rheda gibt, aber es gibt eines von der in Bielefeld! Wenn wir die Bilder sehen heute, dann spüren wir: da ist mehr zerstört worden als Holz und Stein, als Dächer und Keller. Das war ein Angriff auf unsere Kultur! Das war ein Angriff auf die Zivilisation! Ein Angriff auf uns selber!

II.

Wir haben in diesem Jahr „70 Jahre Grundgesetz“ gefeiert.
70 Jahre Demokratie.
70 Jahre Menschenrechte.
70 Jahre Religionsfreiheit und Gleichheit aller Menschen.

Und vor diesem Hintergrund betrübt es uns in besonderer Weise, was wir vor einigen Wochen in Halle, in Sachsen Anhalt erlebt haben: Ein junger Mann schießt auf die Tür einer Synagoge. Er erschießt zwei Menschen. Er verletzt weitere Menschen. Und: Er zerstört damit nicht nur das Leben anderer, sondern auch sein eigenes Leben und das seiner Familie.

Es ist nicht die einzige antisemitische Tat in unserem Land! In den Tagen nach diesem Terrorakt veröffentlichte eine Zeitung eine Liste mit antisemitischen Taten aus diesem Jahr! Von München bis Kiel! Juden werden bedroht, ihre Kippoth werden heruntergerissen, sie werden bespuckt und geschlagen.

Sie alle kennen die sog. „Stolpersteine“ von Gunter Demnig. Auch hier in Ostwestfalen erinnern sie vor den Häusern an deportierte und ermordete jüdische Bewohner. Beinahe täglich werden solche Steine ausgegraben und gestohlen. Nicht nur in Deutschland, auch beispielsweise in Italien (Rom). Gunter Demnig schätzt die Zahl dieser zerstörten Steine auf eine Zahl im hohen dreistelligen Bereich. (bis 2017 waren es 630)
Das ist unvorstellbar!

Meine Damen und Herren, gegen all das stehen wir auf. Das lassen wir nicht zu! Da sind wir gefordert, auch hier in Rheda-Wiedenbrück.

„Israel ist unser Unglück. Schluss damit“ – Hieß es zweideutig auf einem Wahlplakat der Partei „Die Rechte“ in Dortmund und in anderen Städten. So zweideutig, dass die Justizbehörden gesagt haben, es ist nicht eindeutig antisemitisch. Aber wir wissen, dass es antisemitisch gemeint ist.

Und es ist wenigstens menschenverachtend, wenn dieselbe Partei mit dem Slogan wirbt: „Wir hängen nicht nur Plakate!“
Meine Damen und Herren, das ist nicht weniger als das Wahlversprechen der Wiedereinführung der Todesstrafe!

Wer Wind sät, wird Sturm ernten – so heißt es in der Bibel. Und damit bin ich bei der Ableitung: Aus Worten werden Taten. Unsere Sprache verrät unsere Absicht. Und wer den Nationalsozialismus als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnet, der, meine Damen und Herren, hat keine guten Absichten im Blick auf unser Land und seine Aussöhnung mit Israel und seinen jüdischen Bürgern hier.

Längst sind die Opfer der Rechtsradikalen nicht allein ausländische oder jüdische Menschen. Denken Sie an den Mord an Walter Lübke in Kassel! In Deutschland werden wir Stürme verhindern – und wir werden auch einen neuen Stürmer verhindern, jedwede Art rechtsradikaler Propaganda in Zeitungen wie im Internet!

III.

Heute haben wir uns an dieser Stelle als Demokraten zusammengefunden. Wir stehen alle hier auf dem Boden der Grund- und der Menschenrechte! „Nie wieder!“ – das ist nicht bloß ein Spruch auf irgendeinem Transparent. Sondern damit ist es uns ernst! Wir mögen unterschiedliche Ämter haben, verschiedenen Kirchen oder Parteien angehören. Aber wir sind uns einig darin,

  • dass der Weg Deutschlands in die Zukunft nur über den schweren Blick in die Erinnerung möglich ist.
  • dass er nur als ein demokratischer Weg möglich ist.
  • und dass er nur als ein Weg mit Israel möglich ist und nicht gegen oder ohne Israel.

Und deshalb sage ich: Das hier heute ist keine Folklore! Das ist nicht bloß ein Blick in unsere dunkle Vergangenheit! Das hat mit uns und unserer Freiheit zu tun. Das ist eine Demonstration der Freiheit! Das ist eine Ansage!

  • Wir dulden nicht, was wir in Halle gesehen haben im Oktober.
  • Wir dulden nicht, was in Chemnitz vor einem Jahr passiert ist: Hier wird kein jüdisches Restaurant überfallen. Wir werden wachsam sein und wehrhaft!

IV.

  • Auch vor diesem Hintergrund bin ich dankbar, dass das Präsidium des Landtages vor einigen Wochen die Gedenkstätte Auschwitz besucht hat.
  • Ich bin dankbar dafür, dass wir dort jungen Menschen aus unserem Land begegnet sind, Schülerinnen und Schülern, die sich mit der Geschichte der Juden in Europa, mit der Shoa und dem Nationalsozialismus beschäftigen.
  • Ich bin dankbar dafür, dass wir am kommenden Dienstag im Düsseldorfer Landtag eine Veranstaltung haben können, die sich mit der Geschichte des Jiddischen befasst. Es wird eine Lesung geben, einen Vortrag zum Jiddischen und es werden Jiddische Lieder gesungen.
  • Im Januar wird der Landtag an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren erinnern.

V.

Meine Damen und Herren,

an einem Tag und einem Ort wie diesem kommen einem viele Dinge in den Kopf, die bleibende Aufgaben sind. Die größte dieser Aufgaben, davon bin ich überzeugt, ist es, die europäische Einigung weiter voranzutreiben.

Jede nationalstaatliche Lösung, jeder Sonderweg wirft uns ein großes oder ein kleines Stückchen zurück auf dem Weg, der mit den beiden Worten Frieden und Freiheit umschrieben und flankiert ist.

Eine Gedenkfeier, meine Damen und Herren, wirft den Blick zwar zurück auf das unabänderlich Geschehene! Aber eine Gedenkfeier richtet den Blick zugleich nach vorn und beschreibt Perspektiven.

In diesem Sinne müssen wir das Schwere aushalten, aber wir sind nicht gelähmt. Wir stehen an einem Tag wie diesem besonders eng an der Seite unserer jüdischen Bürgerinnen und Bürger!

Wir sind einfach dankbar, dass es sie gibt!

Rabbiner Henry G. Brandt - 2019

Verleihung des Estrongo-Nachama-Preises

Laudatio des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beim Festakt zu Ehren von Rabbiner Henry G. Brandt anlässlich der Verleihung des Estrongo-Nachama-Preises der Meridian-Stiftung und der Ehrung durch die Allgemeine Rabbinerkonferenz, 11.9.2019, Berlin

Wander-Pratizipationspreis 2019

Wander-Pratizipationspreis 2019

Dieser Preis ist Personen gewidmet, die sich öffentlich für Integration oder Inklusion engagieren. Der Gründer der Aktion „DANKE BIELEFELD“ Dr. Faraj Remmo versteht Partizipation als Mitgestaltung und Mitentscheidung gesellschaftlicher Akteure für ein friedliches Zusammenleben.

» DANKE-Bielefeld-Verleihung-2019.pdf

Jüdischen Kulturtage Bielefeld

Alles zu den Jüdischen Kulturtagen in Bielefeld gibt es unter https://www.vhs-bielefeld.de/ und https://www.vhs-bielefeld.de/.

» Flyer - Jüdische Kulturtage

Eindrücke von den Feierlichkeiten zum 10. Jubliläum

Feierstunde für Rabbiner Henry BrandtFoto: Tobias Barniske 

Würdigung des früheren Landesrabbiners Henry G. Brandt anlässlich seines 90. Geburtstages