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Informationsblatt der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld

Hier können Sie einen Überblick über die neuen Ereignisse unserer Gemeinde bekommen und das aktuelle Informationsblatt der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld downloaden.

Aktuelle Bekanntmachung

Ab dem 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag zum Ende des 2. Weltkrieges, bieten wir für Gemeindemitglieder wieder regelmäßig Gottesdienste an. Ausführliche Informationen dazu gibt es entweder telefonisch im Gemeindebüro, über info@juedische-gemeinde-bielefeld.de oder in unserem Yton für den Monat Mai 2020.

News

Wenn ein Mitmensch Hilfe braucht
Bielefelder Religionsgemeinschaften werben für 20-Euro-Hilfspakete durch die Solidarische Corona-Hilfe

Wenn ein Mitmensch Hilfe braucht

Bielefeld, 28.5.2020. „Wenn ein Mitmensch Hilfe braucht und du ihm helfen kannst, dann weigere dich nicht, es zu tun.“ Der Satz aus dem Alten Testament (Sprüche Salomo, Kapitel 3,27) fasst in guter Weise zusammen, warum die vier großen Religionsgemeinschaften gemeinsam das Anliegen der Solidarischen Corona-Hilfe in Bielefeld unterstützen.

Die Idee der Solidarpakete ist eigentlich ganz einfach: Menschen mit geringem Einkommen (insbesondere Grundsicherungsempfänger) erhalten eine direkte Unterstützung in Form von 20-Euro-Einkaufsgutscheinen (maximal alle drei Monate). Dabei werden die regional gesammelten Spenden vollständig in der Region für die dort lebenden Menschen mit geringem Einkommen ausgegeben.

Franz Schaible, Vorsitzender der Stiftung Solidarität, freut sich sehr über das gemeinsame Engagement der Bielefelder Religionsgemeinschaften, die jetzt bei ihren Gemeindegliedern für eine Spende in Höhe eines Einkaufsgutscheins über 20 Euro – entweder für Lebensmittel oder für Drogerieartikel – werben.

Superintendent Christian Bald vom Evangelischen Kirchenkreis Bielefeld spricht aus, was alle Vertreter eint: „Das Solidarpaket trifft sozusagen mitten in den Kern unseres Glaubens als Christen, Juden und Muslime. Denn Nächstenliebe ist eine fest in unserem jeweiligen Glauben verankerte Einsicht, Hilfe und Unterstützung den Menschen zukommen zu lassen, die Hilfe brauchen. Ohne danach zu fragen, ob sie einer Religion angehören oder nicht.“ Dies betonen auch Norbert Nacke, katholischer Dechant für Bielefeld und Amin Alich vom Bündnis Islamischer Gemeinden Bielefeld. Irith Michelsohn, Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld: „Wenn nicht jetzt, wann dann und wo sonst sollte sich zeigen, was uns verbindet. Sonst wären unsere Religionen hohl und leer.“

Weitere Informationen zu den Solidarpaketen in Corona-Zeiten finden sich auf der Internetseite der gemeinnützigen Stiftung Solidarität inkl. Online-Spendenmöglichkeit: www.solidarpaket.de. Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE 36 3702 0500 5577 7777 77.

Foto (v.l.): Franz Schaible (Vorsitzender der Stiftung Solidarität), Sozialpfarrer Matthias Blomeier (Evangelischer Kirchenkreis Bielefeld), Dechant Norbert Nacke (Katholisches Dekanat Bielefeld), Superintendent Christian Bald (Evangelischer Kirchenkreis Bielefeld), Amin Alich (Bündnis Islamischer Gemeinden Bielefeld) und Irith Michelsohn (Vorsitzende Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld).

Challot für die Gemeindemitglieder am 8./9. Mai 2020

Challot für die Gemeindemitglieder am 8./9. Mai 2020

Nach fast 8 Wochen Abstinenz durften wir am Schabbat Acharej Kedoschim, dem 8. Mai wieder einen Kabbalat Schabbat und am 9. Mai einen Schacharit mit unserem Kantor Paul Yuval Adam in unserer Synagoge mit den entsprechenden Hygiene- und Abstandsvorschriften gemeinsam feiern.

Gemeinsam gedachten wir auch voller Dankbarkeit dem Kriegsende vor 75 Jahren und auch unseren Veteraninnen und Veteranen der Gemeinde.

Da außer dem Segen über den Wein, kein gemeinsamer Kiddusch stattfinden durfte, konnte jedes Gemeindemitglied am Ausgang eine verpackte Challa, eine Flasche Wein sowie ein Blatt mit den Segensprüchen für das Kerzenzünden und für den Kiddusch mitnehmen.

Viele Gemeindemitglieder haben wir in den letzten Wochen mit einem Mund-Nasen-Schutz versorgt und auch die Besorgungen für unsere älteren und/oder kranken Gemeindemitglieder setzen wir fort.

Die wöchentlichen Telefonate durch unsere Sozialarbeiterin mit Unterstützung einer weiteren Mitarbeiterin sowie gelegentliche Auswärtstermine lassen auch in Corona-Zeiten die Mitglieder spüren, dass ihre Gemeinde immer für sie da ist.

Gemeinsam werden wir diese für alle ungewöhnliche Zeit meistern.

Bleiben Sie gesund und melden Sie sich bitte im Gemeindebüro, wenn Sie Hilfe benötigen!

Ihre
Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R.

Baumfällarbeiten

Baumfällarbeiten auf dem Jüdischen Friedhof

Die Firma Baumfällservice Matthias Gerlach aus Oerlinghausen hat zum wiederholten Mal Baumfällarbeiten auf dem Friedhof der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld durchgeführt. Diese wurden leider durch Sturmschäden oder durch Pilzbefall an den Bäumen nötig.

Veranstaltungen + Termine

Konzert

Konzert mit Liran Levi & Simon Steffgen

Fällt aus!Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

EINE REISE IN DIE WELT DES ARABISCHEN JUDENTUMS

am Sonntag, den 24. Mai 2020 um 17.00 Uhr

in der Synagoge Beit Tikwa der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld
Detmolder Straße 107, 33604 Bielefeld

Liran Levi (Gesang) und Simon Steffen (Violoncello) möchten in einer Mischung von Vortrag und Musik einen Einblick in die Welt der arabisch-jüdischen Musik geben. Vorgestellt werden Besonderheiten dieser Musik, ihre Geschichte und einige ihrer vielfältigen Traditionen. So z.B. aus Jerusalem, Aleppo, Marokko und dem Irak. Es sind vor allem Stücke mit liturgischem Hintergrund. Es darf auch mitgesungen werden.

Gehen Sie mit auf diese Entdeckungsreise des orientalischen Judentums mit Hilfe der Melodien des arabischen Judentums von der Antike bis in die Gegenwart.

Konzert im Rahmen des Israel-Tages, der am 24. Mai 2020 um 12.00 Uhr in der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld beginnt.

Veranstalter:
Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld
Zentralrat der Juden in Deutschland

Eintritt frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten

Lesung
Fällt aus!Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

Lesung mit Pfarrer Hans Walter Goll

„Krefeld – Theresienstadt – Voltri“

Dienstag, den 26. Mai 2020 um 19.00 Uhr in der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld
Detmolder Straße 107 – 33604 Bielefeld

Die Krefelder Jüdin Auguste Hertz gehört zu den 223 Opfern des sog. „Altentransportes“ von Krefeld nach Theresienstadt am 25. Juli 1942. Sie wäre in Vergessenheit geraten, hätte nicht Werner Goll, der Vater des Autors, die Erinnerung an sie wachgehalten. Gleichzeitig traf er wegen der Deportation von Auguste Hertz, die eine jüdische Tante von ihm war, als Wehrmachtssoldat in Genua-Voltri 1945 eine folgenschwere Entscheidung…

Davon und vom Schicksal von Auguste Hertz erzählt Hans Walter Goll in diesem außergewöhnlichen Buch.

Einlass ab 18.30 Uhr
Um eine Spende beim Ausgang wird gebeten

Veranstalter: Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R.

Unsere gemeinsame Erklärung gegen die AfD auf deutsch und russisch!

Rückblicke

Rede von Landtagspräsident André Kuper - November 2019

Rede von Landtagspräsident André Kuper
anlässlich der Gedenkfeier zum Pogrom 1938
am 10. November 2019, 12:00 Uhr
Jüdischer Friedhof Rheda Wiedenbrück

Anrede,

ich bin sehr dankbar dafür, dass wir uns heute die Zeit nehmen, um innezuhalten und zu erinnern an das, was vor mehr als 80 Jahren in unserem Land geschehen ist.

Synagogen brannten, Geschäfte wurden geplündert, jüdische Menschen gedemütigt, geschlagen und auch getötet. Das war keine Reichskristallnacht, das war eine Reichspogromnacht. Eine Nacht der auf Kopfsteinpflaster dröhnenden Nagelschuhe. Wir wissen das: Am Ende stand die Shoa. Beispiellos in der Geschichte.

Auch die Synagoge hier in Rheda wurde nicht verschont. Eine alte westfälische Landsynagoge, die 1803 geweiht wurde. Um drei Uhr morgens haben sie das Feuer gelegt. In der Nacht! Im Schutz der Dunkelheit! Im Bund mit der Finsternis! Wenn wir die Bilder heute sehen von den brennenden Synagogen, dann wissen wir: Alles war geplant.

Ich weiß nicht, ob es ein Foto von der brennenden Synagoge in Rheda gibt, aber es gibt eines von der in Bielefeld! Wenn wir die Bilder sehen heute, dann spüren wir: da ist mehr zerstört worden als Holz und Stein, als Dächer und Keller. Das war ein Angriff auf unsere Kultur! Das war ein Angriff auf die Zivilisation! Ein Angriff auf uns selber!

II.

Wir haben in diesem Jahr „70 Jahre Grundgesetz“ gefeiert.
70 Jahre Demokratie.
70 Jahre Menschenrechte.
70 Jahre Religionsfreiheit und Gleichheit aller Menschen.

Und vor diesem Hintergrund betrübt es uns in besonderer Weise, was wir vor einigen Wochen in Halle, in Sachsen Anhalt erlebt haben: Ein junger Mann schießt auf die Tür einer Synagoge. Er erschießt zwei Menschen. Er verletzt weitere Menschen. Und: Er zerstört damit nicht nur das Leben anderer, sondern auch sein eigenes Leben und das seiner Familie.

Es ist nicht die einzige antisemitische Tat in unserem Land! In den Tagen nach diesem Terrorakt veröffentlichte eine Zeitung eine Liste mit antisemitischen Taten aus diesem Jahr! Von München bis Kiel! Juden werden bedroht, ihre Kippoth werden heruntergerissen, sie werden bespuckt und geschlagen.

Sie alle kennen die sog. „Stolpersteine“ von Gunter Demnig. Auch hier in Ostwestfalen erinnern sie vor den Häusern an deportierte und ermordete jüdische Bewohner. Beinahe täglich werden solche Steine ausgegraben und gestohlen. Nicht nur in Deutschland, auch beispielsweise in Italien (Rom). Gunter Demnig schätzt die Zahl dieser zerstörten Steine auf eine Zahl im hohen dreistelligen Bereich. (bis 2017 waren es 630)
Das ist unvorstellbar!

Meine Damen und Herren, gegen all das stehen wir auf. Das lassen wir nicht zu! Da sind wir gefordert, auch hier in Rheda-Wiedenbrück.

„Israel ist unser Unglück. Schluss damit“ – Hieß es zweideutig auf einem Wahlplakat der Partei „Die Rechte“ in Dortmund und in anderen Städten. So zweideutig, dass die Justizbehörden gesagt haben, es ist nicht eindeutig antisemitisch. Aber wir wissen, dass es antisemitisch gemeint ist.

Und es ist wenigstens menschenverachtend, wenn dieselbe Partei mit dem Slogan wirbt: „Wir hängen nicht nur Plakate!“
Meine Damen und Herren, das ist nicht weniger als das Wahlversprechen der Wiedereinführung der Todesstrafe!

Wer Wind sät, wird Sturm ernten – so heißt es in der Bibel. Und damit bin ich bei der Ableitung: Aus Worten werden Taten. Unsere Sprache verrät unsere Absicht. Und wer den Nationalsozialismus als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnet, der, meine Damen und Herren, hat keine guten Absichten im Blick auf unser Land und seine Aussöhnung mit Israel und seinen jüdischen Bürgern hier.

Längst sind die Opfer der Rechtsradikalen nicht allein ausländische oder jüdische Menschen. Denken Sie an den Mord an Walter Lübke in Kassel! In Deutschland werden wir Stürme verhindern – und wir werden auch einen neuen Stürmer verhindern, jedwede Art rechtsradikaler Propaganda in Zeitungen wie im Internet!

III.

Heute haben wir uns an dieser Stelle als Demokraten zusammengefunden. Wir stehen alle hier auf dem Boden der Grund- und der Menschenrechte! „Nie wieder!“ – das ist nicht bloß ein Spruch auf irgendeinem Transparent. Sondern damit ist es uns ernst! Wir mögen unterschiedliche Ämter haben, verschiedenen Kirchen oder Parteien angehören. Aber wir sind uns einig darin,

  • dass der Weg Deutschlands in die Zukunft nur über den schweren Blick in die Erinnerung möglich ist.
  • dass er nur als ein demokratischer Weg möglich ist.
  • und dass er nur als ein Weg mit Israel möglich ist und nicht gegen oder ohne Israel.

Und deshalb sage ich: Das hier heute ist keine Folklore! Das ist nicht bloß ein Blick in unsere dunkle Vergangenheit! Das hat mit uns und unserer Freiheit zu tun. Das ist eine Demonstration der Freiheit! Das ist eine Ansage!

  • Wir dulden nicht, was wir in Halle gesehen haben im Oktober.
  • Wir dulden nicht, was in Chemnitz vor einem Jahr passiert ist: Hier wird kein jüdisches Restaurant überfallen. Wir werden wachsam sein und wehrhaft!

IV.

  • Auch vor diesem Hintergrund bin ich dankbar, dass das Präsidium des Landtages vor einigen Wochen die Gedenkstätte Auschwitz besucht hat.
  • Ich bin dankbar dafür, dass wir dort jungen Menschen aus unserem Land begegnet sind, Schülerinnen und Schülern, die sich mit der Geschichte der Juden in Europa, mit der Shoa und dem Nationalsozialismus beschäftigen.
  • Ich bin dankbar dafür, dass wir am kommenden Dienstag im Düsseldorfer Landtag eine Veranstaltung haben können, die sich mit der Geschichte des Jiddischen befasst. Es wird eine Lesung geben, einen Vortrag zum Jiddischen und es werden Jiddische Lieder gesungen.
  • Im Januar wird der Landtag an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren erinnern.

V.

Meine Damen und Herren,

an einem Tag und einem Ort wie diesem kommen einem viele Dinge in den Kopf, die bleibende Aufgaben sind. Die größte dieser Aufgaben, davon bin ich überzeugt, ist es, die europäische Einigung weiter voranzutreiben.

Jede nationalstaatliche Lösung, jeder Sonderweg wirft uns ein großes oder ein kleines Stückchen zurück auf dem Weg, der mit den beiden Worten Frieden und Freiheit umschrieben und flankiert ist.

Eine Gedenkfeier, meine Damen und Herren, wirft den Blick zwar zurück auf das unabänderlich Geschehene! Aber eine Gedenkfeier richtet den Blick zugleich nach vorn und beschreibt Perspektiven.

In diesem Sinne müssen wir das Schwere aushalten, aber wir sind nicht gelähmt. Wir stehen an einem Tag wie diesem besonders eng an der Seite unserer jüdischen Bürgerinnen und Bürger!

Wir sind einfach dankbar, dass es sie gibt!

Rabbiner Henry G. Brandt - 2019

Verleihung des Estrongo-Nachama-Preises

Laudatio des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, beim Festakt zu Ehren von Rabbiner Henry G. Brandt anlässlich der Verleihung des Estrongo-Nachama-Preises der Meridian-Stiftung und der Ehrung durch die Allgemeine Rabbinerkonferenz, 11.9.2019, Berlin

Wander-Pratizipationspreis 2019

Wander-Pratizipationspreis 2019

Dieser Preis ist Personen gewidmet, die sich öffentlich für Integration oder Inklusion engagieren. Der Gründer der Aktion „DANKE BIELEFELD“ Dr. Faraj Remmo versteht Partizipation als Mitgestaltung und Mitentscheidung gesellschaftlicher Akteure für ein friedliches Zusammenleben.

» DANKE-Bielefeld-Verleihung-2019.pdf

Jüdischen Kulturtage Bielefeld

Alles zu den Jüdischen Kulturtagen in Bielefeld gibt es unter https://www.vhs-bielefeld.de/ und https://www.vhs-bielefeld.de/.

» Flyer - Jüdische Kulturtage

Eindrücke von den Feierlichkeiten zum 10. Jubliläum

Feierstunde für Rabbiner Henry BrandtFoto: Tobias Barniske 

Würdigung des früheren Landesrabbiners Henry G. Brandt anlässlich seines 90. Geburtstages